Die Software, die nur noch einer versteht
Warum Altsysteme zum unsichtbaren Risiko werden und warum die Ablösung kein Großprojekt sein muss


„Da müssen wir den Herrn Koch fragen.“
Sätze dieser Art höre ich in Erstgesprächen öfter.
Es geht um die Warenwirtschaft. Oder um die Datenbank, in der seit 2003 die Aufträge laufen. Gebaut von einem, der damals einfach angefangen hat.
Der Betrieb ist damit groß geworden. Die Software läuft. Jeden Tag.
Und genau das ist das Problem
Denn „läuft“ heißt nicht „gesund“. Niemand außer Herrn Koch weiß, warum die Preisberechnung so rechnet, wie sie rechnet. Niemand traut sich, etwas zu ändern. Neue Anforderungen werden drumherum gebaut. In Excel.
Herr Koch geht in vier Jahren in Rente.
Ein Risiko, das in keiner Bilanz steht
Dieses Risiko taucht in keinem Audit auf. Aber es wächst in jedem Jahr, in dem die Firma weiter auf einem System arbeitet, das nur noch ein Mensch versteht.
Was mich dabei umtreibt: Die meisten Geschäftsführer wissen das. Sie sprechen es nur nicht an. Denn eine Ablösung klingt nach Großprojekt, nach Stillstand, nach „das können wir uns gerade nicht leisten“.
Modul für Modul statt Großprojekt
Dabei löst man so ein System nicht an einem Wochenende ab. Sondern Modul für Modul, während der Betrieb weiterläuft. Erst die Aufträge, dann die Rechnungen, dann das Lager. Das Altsystem darf so lange mitlaufen, bis es nichts mehr zu tun hat.
Genau so gehen wir bei spiritdev an solche Projekte heran: Bestandsanalyse, Datenübernahme, Parallelbetrieb. Kein Stillstand, kein Sprung ins kalte Wasser.
Der beste Zeitpunkt ist nicht der Abschied
Der beste Zeitpunkt für die Ablösung ist übrigens nicht, wenn Herr Koch geht.
Sondern solange er noch da ist. Denn niemand kann besser erklären, was die Software wirklich tut, als der Mensch, der sie gebaut hat.
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